Feierliche Verleihung des 72. Bremer Literaturpreises

Bremer Literaturpreisverleihung 2025:(v.l.) Wiebke Poromka und Karen Struve, Vorstand der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Heinz Strunk, Autor und Preisträger Bremer Literaturpreis 2026, Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte, Kaleb Erdmann, Autor und Förderpreisträger, Lucia Werder, Vorstand der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung und Direktorin der Stadtbibliothek Bremen. Foto: Senatspressestelle Bremen

In einer Feierstunde in der Oberen Rathaushalle hat Bremens Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte am Montag, 26. Januar 2026, den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis an Heinz Strunk verliehen. Strunk wurde für seinen 2025 im Rowohlt Verlag erschienenen Erzählband „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ ausgezeichnet. Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis erhielt Kaleb Erdmann für seinen Roman „Ausweichschule“, erschienen im Ullstein Buchverlage.

Andreas Bovenschulte eröffnete die Feierlichkeiten und würdigte die Bedeutung der Literaturförderung – auch und gerade in Bremen, „City of Literature“ seit 2023. Er betonte, wie sehr ihn Kaleb Erdmanns Roman bewegt habe, der den Amoklauf von Erfurt 2002 reflektiert, und hob zugleich den Kontrast zu Heinz Strunks Kurzgeschichten hervor. Gerade in der aktuellen Zeit sei es wichtig, dass Literatinnen der Gesellschaft einen Spiegel vorhielten; sein Dank gelte den beiden neuen Preisträgern ebenso wie allen Akteurinnen und Einrichtungen, die zum Gelingen der Preisverleihung beitragen.

In seiner Laudatio beschrieb Jurymitglied Richard Kämmerlings Heinz Strunks Schreiben als präzise und kompromisslos – und zeichnete ein eindrückliches Bild von dessen „Sprachwerkzeugen“, mit denen Strunk seine Figuren bis ins Mark freilege. Jurymitglied Sandra Kegel lobte Kaleb Erdmanns „Ausweichschule“ als ehrliches Protokoll von Überforderung: Der Roman liefere keinen beruhigenden Schluss, sondern versetze vielmehr in Unruhe – und genau darin liege seine Stärke.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Lisen Rylander Löve, Lindha Kallerdahl und Riccardo Castagnola; der Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von jazzahead! präsentiert.