»Botanik des Wahnsinns« Lesung & Gespräch mit Leon Engler

Leon Engler stellt in der Volkshochschule seinen Debütroman vor.

Leon Engler. Foto Niklas Berg

Von einem, der auszog, um nicht verrückt zu werden. Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung.

Leon Engler wuchs in München auf und studierte Theater-, Film-, Medien-, Kulturwissenschaft und Psychologie in Wien, Paris und Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten und wurde 2022 mit dem 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Engler ist als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben tätig. Botanik des Wahnsinns ist sein Debütroman.

Begrüßung: Anne Bock, VHS Bremen
Moderation: Jens Laloire, Literaturhaus Bremen e.V.

Eine Veranstaltung der Bremer Volkshochschule in Kooperation mit der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung.

Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr 

Volkshochschule Bremen // Faulenstraße 69 // Bamberger-Saal
Eintritt: 6 EUR // 4 EUR erm. (nur Abendkasse)

Bitte melden Sie sich hier an.