Bremer Literaturpreisträger lesen in Brüssel
Auf Einladung der Bremer Landesvertretung, der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung und des Goethe-Instituts Brüssel stellte der Bremer Literaturpreisträger 2010 Clemens J. Setz sowie der Förderpreisträger 2010 Roman Graf am Donnerstag, dem 17. Juni ihre preisgekrönten Bücher dem deutschsprachigen Publikum in Brüssel vor.
Bei der Lesung im Goethe-Institut Brüssel verfolgten knapp 100 Gäste sehr interessiert die Lesungen der beiden Preisträger unter der Moderation durch den Literaturkritiker und Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Dr. Lothar Müller, der auch Jurymitglied ist. Aus dem Publikum kamen interessierte Fragen, die ein hohes Interesse an der deutschen Gegenwartsliteratur spiegelten. Im Anschluss nutzte das Publikum bei einem kleinen Empfang die Möglichkeit, mit den Autoren in Kontakt zu treten und sich mit ihnen auszutauschen.
Am nächsten Morgen folgte bei der Lesung in der Deutschen Schule Brüssel ein sehr interessiertes junges Publikum (16- bis 18-Jährige) den Worten des Förderpreisträgers Roman Graf und diskutierte angeregt und kompetent mit dem jungen Schweizer Autor.
Die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, die Bremer Vertretung und das Goethe-Institut Brüssel wollen mit dieser Veranstaltung auch in den kommenden Jahren den Bremer Literaturpreis und den Förderpreis in der EU-Hauptstadt präsentieren.
Feierliche Verleihung des 56. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus –
Clemens J. Setz und Roman Graf ausgezeichnet
Bremen, 26. Januar 2010 Im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle ist am heutigen Dienstag (26. Januar 2010) der Bremer Literaturpreis 2010 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung an Clemens J. Setz verliehen worden.
Der Schriftsteller erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen 2009 im Residenz Verlag erschienenen Roman »Die Frequenzen». Clemens J. Setz zweiter Roman ist ein Buch, »das nahezu auf jeder beliebigen Seite ein, zwei Wahrheiten, vibrierende Bilder, brillante neue Gedanken oder Beobachtungen, Schweinereien und Schönheiten in den Kosmos feuert» beschrieb Mathias Gatza, Jurymitglied der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung und Förderpreisträger des Vorjahres, in seiner Laudatio das preisgekrönte Werk.
Zugleich erhielt Roman Graf für sein im vergangenen Jahr im Limmat Verlag veröffentlichten Roman »Herr Blanc« den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanzierten Förderpreis. »Roman Graf ist mit diesem Erstling das Kunststück gelungen, eine Elendsfigur gerade in ihrem durchschnittlichen und keineswegs besonders aufwühlenden Elend literarisch interessant zu machen (…) So viel Kunst im Unspektakulären, so viel Aufregung in der Lebensmonotonie, so viel unaufdringlicher Witz in dem zum Himmel schreienden Mittelmass war lange nicht mehr» waren die treffenden Worte des Jurymitgliedes Roman Bucheli in seiner Laudatio auf den Förderpreisträger.
Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber.
Der Senator für Kultur, Bürgermeister Jens Böhrnsen gratulierte den beiden Preisträgern im Namen des Senats und bedankte sich bei der Jury. »Der Bremer Literaturpreis ist längst zu einem Seismographen der deutschen Literaturgeschichte geworden und ist fest mit dem bremischen Kulturleben verbunden», so Bürgermeister Böhrnsen. Der Bremer Literaturpreis sei mit seiner Geschichte Beleg dafür, wie Kultur als Motor gesellschaftlicher Entwicklung wirke – »daher wollen wir die Kultur als wesentlichen Eckpfeiler unserer Gesellschaft weiter schützen.«
Bürgermeister Böhrnsen bedankte sich ausdrücklich bei der ÖVB – Öffentliche Versicherungen Bremen: Das Unternehmen hatte erklärt, die in diesem Jahr auslaufende Finanzierung des Förderpreises fortführen zu wollen.
Clemens J. Setz, 1982 in Graz geboren, studiert dort Mathematik und Germanistik. Er ist Obertonsänger, Übersetzer und Gründungsmitglied der Literaturgruppe »Plattform». Er veröffentlichte Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien, u. a. in »manuskripte», »Lichtungen», »Jahrbuch der Lyrik 2007» sowie im Rundfunk. 2007 erschien sein Romandebüt »Söhne und Planeten». »Die Frequenzen» ist sein zweiter Roman. Clemens J. Setz lebt und arbeitet in Graz.
Roman Graf ist 1978 in Winterthur, Schweiz, geboren. Nach einer Lehre als Forstwart, längeren Aufenthalten in London und Grenoble sowie der Tätigkeit als Behindertenbetreuer studierte er Publizistik an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich und absolvierte von 2003 bis 2007 das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig. 2007 Artist in Residence in der Villa Decius, Krakau, sowie ein Aufenthaltstipendium im Edith-Stein-Haus in Breslau. Verschiedene Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Roman Graf lebt als freier Autor in Leipzig und in Winterthur.
