Der Bremer Literaturpreis 2016 geht an Henning Ahrens / Förderpreis für Matthias Nawrat

Bremen, 21. November 2015

Henning Ahrens erhält den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2016. Er erhält diesen Preis für seinen im S. Fischer Verlag erschienenen Roman „Glantz und Gloria“.

Die Jury begründet die Vergabe: „Der mit 20.000 Euro dotierte Bremer Literaturpreis 2016 geht an Henning Ahrens für seinen Roman „Glantz und Gloria“, in dem die Rückkehr in eine fremd gewordene Heimat zum furiosen Sprachabenteuer wird. Poesie und Prosa tun sich in diesem phantastischen und zugleich politischen Roman zusammen, um die Dämonen der deutschen Provinz zur Kenntlichkeit zu verzerren.“

Henning Ahrens, geb. 1964 in Peine, studierte Anglistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Göttingen, London und Kiel. Neben seiner Übersetzertätigkeit (u.a. Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton) veröffentlichte er die eigenen Lyrikbände „Stoppelbrand“, „Lieblied was kommt“ und „Kein Schlaf in Sicht“ sowie die Romane „Lauf Jäger lauf“, „Langsamer Walzer“ und „Tiertage“, für die er bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde.

Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2016 erhält Matthias Nawrat für seinen im Rowohlt Verlag erschienenen Buch „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Die Jury begründet die Vergabe: „Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis erhält Matthias Nawrat, der in seinem Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ ein deutsch-polnisches Geschichtspanorama entwirft. Die Schrecken der Vergangenheit werden in einer leichtfüßigen, absurd-komödiantischen Erzählweise vergegenwärtigt, die alle Legenden und Lebenslügen entlarvt.“ 

Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Er veröffentlichte bereits die vielbeachteten Romane „Wir zwei allein“ (2012) sowie „Unternehmer“ (2014). Matthias Nawrat lebt in Berlin.

 

Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2016 tagte mit den Mitgliedern:

Dr. Roman Bucheli (Zürich), Richard Kämmerlings, Barbara Lison, Dr. Lothar Müller, Dr. Wiebke Porombka, Michael Sieber sowie der Förderpreisträgerin 2015, Nadja Küchenmeister.

Preisverleihung:

Die Preise werden am 25. Januar 2016 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 40. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „Generation im Aufbruch – Von der Schwierigkeit des Erwachsenwerdens“.

 Der mit 20.000 Euro dotierte Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten und bedeutendsten Literaturpreise der Bundesrepublik. Er wurde erstmals 1954 vergeben. Zusätzlich wird seit 1977 ein mit 6.000 Euro dotierter Förderpreis verliehen, der seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert wird.

 

 

Feierliche Verleihung des 60. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus – Clemens Meyer und Roman Ehrlich ausgezeichnet

Bremen, 27. Januar 2014 Der Bremer Literaturpreis 2014 wurde am heutigen Montag im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle an Clemens Meyer verliehen. Der Autor erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein 2013 im S. Fischer Verlag erschienenes Buch »Im Stein «.
»Ein Roman, der uns in Abgründe und scheinbar fremde Unterwelten entführt und der uns dabei aber tatsächlich so nah an uns heranführt, dass man sich beinahe ein wenig geblendet fühlt.«beschrieb Dr. Wiebke Porombka, Mitglied der Jury des Bremer Literaturpreises, in ihrer Laudatio das preisgekrönte Werk.

Roman Ehrlich erhielt für seinen im vergangenen Jahr bei DuMont veröffentlichten Roman »Das kalte Jahr« den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis
»Die Winterreise des Wanderers führt in ein Zwischenreich, das an die Horrorerzählung ebenso grenzt wie an den Allerweltsalltag, den es der Kälte und Erstarrung aussetzt. Ein solches Zwischenreich mit den Mitteln und in den Bildern der Sprache, mit Worten also zu erobern, ist keine geringe Leistung.« waren die treffenden Worte des Juryvorsitzenden Dr. Lothar Müller in seiner Laudatio auf den Förderpreisträger.

Bürgermeister Böhrnsen betonte in seinem Grußwort die Unabhängigkeit der Kultur von politischer Einflussnahme. Mit Blick auf den heutigen Tag der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz 1945 sagte Bürgermeister Böhrnsen, dass es nicht lange her sei, dass in Deutschland die Kultur in den Dienst eines verbrecherischen Systems gezwungen worden sei. Gerade vor dem Hintergrund dieser Geschichte sei der öffentliche Diskurs wichtig. Bürgermeister Böhrnsen: »Wir wollen, dass Kunst und Kultur in unsere Stadt hineinwirken.«

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Emil Hess (Saxophone). Der musikalische Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von jazzahead! ermöglicht.

Clemens Meyergeboren 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. Nach dem Abitur arbeitete er als Bauhelfer, Möbelträger und Wachmann. Von 1998 bis 2003 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman »Als wir träumten«. Für sein Werk wurde Clemens Meyer mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2008 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für »Die Nacht, Die Lichter. Stories«

Roman Ehrlich, geboren 1983 in Aichach, aufgewachsen in Neuburg an der Donau, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Freien Universität Berlin. Er war Stipendiat der Werkstatttage des Wiener Burgtheaters, nominiert für den open mike und Teilnehmer der Autorenwerkstatt Prosa am LCB. »Das kalte Jahr« ist sein erster Roman. Roman Ehrlich lebt in Berlin.

Feierliche Verleihung des 61. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus – Marcel Beyer und Nadja Küchenmeister ausgezeichnet

Vor der Preisverleihung: Michael Sieber , Marcel Beyer, Nadja Küchenmeister und Bürgermeister Jens Böhrnsen im Bremer Rathaus. Foto: Victor Ströver

Vor der Preisverleihung: Michael Sieber , Marcel Beyer, Nadja Küchenmeister und Bürgermeister Jens Böhrnsen im Bremer Rathaus.
Foto: Victor Ströver

Bremen, 26. Januar 2015 Der Bremer Literaturpreis 2015 wurde am heutigen Montag im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle an Marcel Beyer verliehen. Der Autor erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen 2014 im Suhrkamp Verlag erschienenen Gedichtband »Graphit«.
»Es ist ein reiches Buch, reich an Geschichten und Geschichte, das Buch eines Autors, der es liebt, quer über Wortfelder zu gehen, übersehene Furchen in Wortfeldern zu entdecken, sie neu zu bestellen mit seinem Schreiben, das Egge und Pflug zugleich ist« beschrieb Dr. Lothar Müller, Vorsitzender der Jury des Bremer Literaturpreises, in seiner Laudatio das preisgekrönte Werk.

Nadja Küchenmeister erhielt für ihren im vergangenen Jahr bei Schöffling & Co veröffentlichten Gedichtband »Unter dem Wacholder « den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis

Michael Sieber übergibt den Bremer Literaturpreis 2015 an Marcel Beyer. Foto: Victor Ströver

Michael Sieber übergibt den Bremer Literaturpreis 2015 an Marcel Beyer.
Foto: Victor Ströver

»Nicht allein für die traumwandlerisch genauen Bilder, mit der Daseinsnot und Alltagsglück greifbar werden; auch nicht nur für die subtilen Erkundungen in den Bezirken der Träume oder in den Sphären der Vergänglichkeit, aber für das suggestive Nebeneinander von solchen Bildern, poetischer Sprache, existenzieller Hellhörigkeit und zeitdiagnostischer Schärfe erhält Nadja Küchenmeister den Förderpreis des Bremer Literaturpreises«erklärte Jurymitglied Roman Bucheli in seiner Laudatio auf die Förderpreisträgerin.

Bürgermeister Jens Böhrnsen betonte in seiner Rede, dass zum ersten Mal zwei Lyrikbände mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet worden seien. Er hob hervor, dass ihn an der Gattung Lyrik ihre Genauigkeit und Präzision beeindrucke. Sie schule den Blick für das Wesentliche und fordere zu einem ernsthaften und freudvollen Lesen auf, das sich dem Strudel der Info-Häppchen widersetze.

Michael Sieber zeichnet Nadjy Küchenmeister mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2015 aus. Foto: Victor Ströver

Michael Sieber zeichnet Nadja Küchenmeister mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2015 aus.
Foto: Victor Ströver

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt vom Duo Flament / Janinent (Vibraphon, Violine). Der musikalische Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von jazzahead! ermöglicht.

Marcel Beyer, geboren am 1965 in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; 1992 Magister artium mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Ab 1989 gab er an der Universität Siegen gemeinsam mit Karl Riha die Reihe Vergessene Autoren der Moderne heraus. Von 1990 bis 1993 arbeitete er als Lektor an der Literaturzeitschrift Konzepte mit; von 1992 bis 1998 veröffentlichte er in der Musikzeitschrift Spex. 1991 erschien Beyers erster Roman »Das Menschenfleisch«. 1996 und 1998 war er Writer in residence am University College London und an der University of Warwick in Coventry. Marcel Beyer lebt seit 1996 in Dresden.

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, lebt dort als freie Schriftstellerin. Sie studierte Germanistik und Soziologie in Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Für ihren vielbeachteten Debütband »Alle Lichter« erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Stahl-Literaturpreis und den Ulla-Hahn-Autorenpreis.

Der Bremer Literaturpreis 2015 geht an Marcel Beyer / Förderpreis für Nadja Küchenmeister

Bremen, 15. November 2014

Marcel Beyer erhält den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2015. Er erhält diesen Preis für seinen im Suhrkamp Verlag erschienenen Gedichtband „Graphit“.

Die Jury begründet die Vergabe:
„Der Bremer Literaturpreis 2015 geht an Marcel Beyer für seinen Gedichtband „Graphit“, eine große Reise durch die Natur, nahe und ferne Welten, Entdeckungen und Verluste, eine von Sprachzauber und Rhythmusgefühl geprägte Erkundung innerer und äußerer Landschaften der Geschichte wie der eigenen Biographie.“

Marcel Beyer, geboren am 1965 in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; 1992 Magister artium mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Ab 1989 gab er an der Universität Siegen gemeinsam mit Karl Riha die Reihe Vergessene Autoren der Moderne heraus. Von 1990 bis 1993 arbeitete er als Lektor an der Literaturzeitschrift Konzepte mit; von 1992 bis 1998 veröffentlichte er in der Musikzeitschrift Spex. 1991 erschien Beyers erster Roman „Das Menschenfleisch“. 1996 und 1998 war er Writer in residence am University College London und an der University of Warwick in Coventry. Marcel Beyer lebt seit 1996 in Dresden.

Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2015 erhält Nadja Küchenmeister für ihr im Schöffling Verlag erschienenes Buch „Unter dem Wacholder“. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Die Jury begründet die Vergabe:
„Der Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2015 geht an Nadja Küchenmeister, die in ihrem Gedichtband „Unter dem Wacholder“ mit großem Formgefühl Stimmungsbilder erfüllter wie verlorener Augenblicke entwirft und den Raum der Tradition für sich erobert, unangestrengt und mit sanfter Entschiedenheit.“

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, lebt dort als freie Schriftstellerin. Sie studierte Germanistik und Soziologie in Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Für ihren vielbeachteten Debütband „Alle Lichter“ erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Stahl-Literaturpreis und den Ulla-Hahn-Autorenpreis.

Der diesjährigen Jury gehören an:
Dr. Roman Bucheli (Zürich), Richard Kämmerlings, Barbara Lison, Dr. Lothar Müller, Dr. Wiebke Porombka, Michael Sieber und Dr. Daniela Strigl (Wien).

Preisverleihung:
Die Preise werden am 26. Januar 2015 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 39. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „SIE KENNEN DICH! – Überwachung total. Gesellschaft unter Beobachtung in Literatur, Wissenschaft, Kunst & Film“.

Der mit 20.000 Euro dotierte Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten und bedeutendsten Literaturpreise der Bundesrepublik. Er wurde erstmals 1954 vergeben. Zusätzlich wird seit 1977 ein mit 6.000 Euro dotierter Förderpreis verliehen, der seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert wird.