Feierliche Verleihung des 65. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus

Bremen, 28. Januar 2019

Der Bremer Literaturpreis 2019 wurde am heutigen Montag (28. Januar 2019) im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle an Arno Geiger verliehen. Der Autor erhält die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen 2018 im Hanser Verlag erschienenen Roman „Unter der Drachenwand“. Jurymitglied Dr. Daniela Strigl bewunderte in ihrer Laudatio an Geigers Roman „die Kunst der Komposition und Ökonomie, Geigers Versenkung in seine Figuren, sein sensibles Ohr für den ‚richtigen‘ Klang der einzelnen, für das Bröckeln einer unter dem Druck der Propaganda hohl gewordenen Sprache“.

Vor der Preisverleihung: Michael Sieber (Vorsitzender der Rudolf-Alexander-Schröder Stiftung), Heinz Helle (Förderpreisträger des Bremer Literaturpreises 2019), Arno Geiger (Preisträger des Bremer Literaturpreises 201)), Bürgermeister Dr. Carsten Sieling (Senator für Kultur). Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen

Den von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis in Höhe von 6.000 Euro erhielt Heinz Helle für seinen im Suhrkamp erschienenen Roman „Die Überwindung der Schwerkraft“. Dr. Wiebke Porombka, Jurymitglied des Bremer Literaturpreises, sagte in ihrer Laudatio für den Förderpreisträger: „Auch wenn die Sätze kaum enden wollen, Heinz Helles Sprache ist das Gegenteil eines Verirrens. Ihr sanfter Rhythmus entsteht durch die Gleichzeitigkeit von Zögern und Präzision.“

Der Kultursenator, Bürgermeister Dr. Carsten Sieling, betonte in seinem Grußwort zur Verleihung des Bremer Literaturpreises, dass „Lesen weitaus mehr ist als eine Kulturtechnik, die uns zur Bewältigung des Alltags befähigt. Lesen können ist die Voraussetzung zum Wissenserwerb und zur Kommunikation. Die Lektüre von Literatur ermöglicht uns die Entdeckung anderer Lebensentwürfe und interessanter Schicksale. Bücher vermitteln uns Einsichten, die uns sonst verborgen bleiben würden“.

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Håkon Kornstad (u.a. Saxophon). Der musikalische Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung der jazzahead! ermöglicht – jazzahead.de/de/

Arno Geiger wurde 1968 in Bregenz, Österreich, geboren. Er lebt seit 1993 als freier Schriftsteller in Wien. 1997 erschien sein Debütroman „Kleine Schule des Karussellfahrens“. Als Leitmotiv seines Kunst- und Lebensverständnisses formuliert Arno Geiger: „Kunst bewahrt den Menschen nicht vor dem Chaos, sondern vor der Ordnung. Kunst bewahrt das Individuum vor dem eindimensionalen Blick. Einzigartig ist der Mensch nicht auf einfache, sondern auf komplizierte Art.“

Heinz Helle, geboren 1978 in München, studierte Philosophie in München und New York und ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts. Er lebt heute in Zürich. Sein Romandebüt „Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin“ wurde von der Kritik durchweg positiv aufgenommen.

 

 

Der Bremer Literaturpreis 2019 geht an Arno Geiger / Förderpreis für Heinz Helle

Bremen, 17. November 2018

Arno Geiger erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2019 für seinen im Hanser Literaturverlag erschienenen Roman „Unter der Drachenwand“.

Arno Geiger, Foto: © Victor Ströver

Die Jury begründet die Vergabe:
„Arno Geiger erhält den Bremer Literaturpreis 2019 für seinen Roman ‚Unter der Drachenwand’,der aus der Reihe der zeitgeschichtlichen Panoramen zur NS-Epoche herausragt: als überaus genaue, differenzierte und anschauliche Vergegenwärtigung des Kriegsjahres 1944. Tief in der Provinz kommt ein an Leib und Seele versehrter junger Soldat aus Wien zum Bewusstsein seiner Verstrickung in die kollektive Schuld und erlebt, umgeben von einem Chor von Stimmen, der sich aus dem Fundus einer immensen Recherche erhebt,  eine Liebesgeschichte als Zuflucht vor der Zwingherrschaft des militärischen Systems, des alles beherrschenden Drachens.“

Arno Geiger wurde 1968 in Bregenz, Vorarlberg, Österreich, geboren. Er lebt seit 1993 als freier Schriftsteller in Wien. 1997 erschien sein Debütroman „Kleine Schule des Karussellfahrens“. Als Leitmotiv seines Kunst- und Lebensverständnisses formuliert Arno Geiger: „Kunst bewahrt den Menschen nicht vor dem Chaos, sondern vor der Ordnung. Kunst bewahrt das Individuum vor dem eindimensionalen Blick. Einzigartig ist der Mensch nicht auf einfache, sondern auf komplizierte Art.“

Den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2019 erhält Heinz Helle für seinen im Suhrkamp Verlag erschienenen Roman „Die Überwindung der Schwerkraft“. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Heinz Helle, Foto: © Victor Ströver

Die Jury begründet die Vergabe:
„Der Förderpreis geht an Heinz Helle  für seinen Roman ‚Die Überwindung der Schwerkraft’.  In einer ebenso suggestiven wie präzisen Prosa erzählt Helle die Geschichte zweier ungleicher Brüder. Den Sog des Untergangs, in dem einer der beiden verschwindet, verwandelt Helles ausgreifende Sprachbewegung in ein zärtliches Erinnerungsbild.

Heinz Helle wurde 1978 in München geboren, studierte Philosophie in München und New York und ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts. Er lebt heute in Zürich. Sein Romandebüt „Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin“ wurde von der Kritik durchwegs positiv aufgenommen.

Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2019 tagte mit den Mitgliedern:
Barbara Lison, Dr. Wiebke Porombka, Dr. Daniela Strigl, Richard Kämmerlings, Dr. Lothar Müller, Michael Sieber und Dr. Stefan Zweifel.

Foto der Jury zum Bremer Literaturpreis 2019

Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2019: stehend: Dr. Wiebke Porombka, Dr. Lothar Müller, Barbara Lison und Dr. Stefan Zweifel; sitzend: Richard Kämmerlings, Dr. Daniela Strigl und Michael Sieber (v. l. n. r.).
Foto © Christopher Klerings

Preisverleihung:
Die Preise werden am 28. Januar 2019 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 43. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „Die digitale (R)evolution. Traum oder Albtraum?“.

 

Feierliche Verleihung des 64. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus

Bremen, 29. Januar 2018

Der Bremer Literaturpreis 2018 wurde am heutigen Montag (29. Januar 2018) im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle an Thomas Lehr verliehen. Der Autor erhält die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen 2017 im Hanser Verlag erschienenen Roman »Schlafende Sonne«. Jurymitglied Stefan Zweifel sagte in seiner Laudatio, dass Lehrs Roman „uns verführt, um nach dieser Reise durch ein Jahrhundert eine Wette einzugehen: Die Wette, dass dieser Roman eines Jahrhunderts dereinst, zur Trilogie geweitet, nichts weniger sein wird als: ein Jahrhundertroman.“

Vor der Preisverleihung: Bürgermeister Dr. Carsten Sieling (Senator für Kultur), Laura Freudenthaler (Förderpreisträgerin des Bremer Literaturpreises 2018), Thomas Lehr (Preisträger des Bremer Literaturpreises 2018), Michael Sieber (Vorsitzender der Rudolf-Alexander-Schröder Stiftung). Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen

Den von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis in Höhe von 6.000 Euro erhielt Laura Freudenthaler für ihren im Literaturverlag Droschl erschienenen Roman »Die Königin schweigt«. Wiebke Porombka, Jurymitglied des Bremer Literaturpreises bedankte in ihrer Laudatio bei der Förderpreisträgerin „für ihren emphatischen, aber unbeirrbaren Blick auf Menschen, für Ihr Vermögen, Figuren nicht nur auf den Grund zu gehen, sondern bis zu ihren Abgründigkeiten vorzudringen und ihnen dabei doch ihre Würde zu belassen.“

Der Senator für Kultur, Bürgermeister Dr. Carsten Sieling, betonte in seiner Rede, dass Literatur den Blick öffne und Zweifel an den eigenen Überzeugungen hervorrufe. Sie fördere Auseinandersetzungen und diene eben nicht wie viele Beiträge in den sozialen Medien nur dazu,  das eigene Weltbild zu bestätigen.

Die Preise überreichte der  Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Natalia Mateo (Gesang) & Dany Ahmad (Gitarre). Der musikalische Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von jazzahead! ermöglicht.

 

Der Bremer Literaturpreis 2018 geht an Thomas Lehr / Förderpreis für Laura Freudenthaler

Bremen, 18. November 2017

Thomas Lehr erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2018 für seinen im Hanser Verlag erschienenen Roman „Schlafende Sonne“.

Die Jury begründet die Vergabe:

„Der Bremer Literaturpreis  2018 geht an Thomas Lehr für seinen Roman „Schlafende Sonne“, der seine Figuren mit großer erzählerischer Kraft und sprachlichem Wagemut durch die Katastrophenlandschaften des zwanzigsten Jahrhunderts vom Ersten Weltkrieg über den Mauerfall bis nah in die Gegenwart  begleitet und die historischen Verwerfungen durch ihre Spiegelung in Kunst, Philosophie und Naturwissenschaften erhellt.“

Thomas Lehr, 1957 in Speyer geboren, studierte zunächst Biochemie, bevor er sich ganz der Schriftstellerei zuwandte. Für sein umfangreiches Werk erhielt er zahlreiche Preise, zuletzt den Berliner Literaturpreis (2011), den Marie-Luise Kaschnitz-Preis (2012) und den Joseph Breitbach-Preis (2015). Sein letzter Roman „Schlafende Sonne“ (2017) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Thomas Lehr lebt in Berlin.

Den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018 erhält Laura Freudenthaler für ihren im Literaturverlag Droschl erschienenen Debüt-Roman „Die Königin schweigt“. Der Förderpreis in Höhe von 6.000 Euro wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Die Jury begründet die Vergabe:

„Mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises wird Laura Freudenthaler für „Die Königin schweigt“ ausgezeichnet. Ein stiller, konzentrierter Roman, der eine alte Frau, die sich gegen das Erinnern und das Erzählen sperrt, auf ihr von Verlusten bestimmtes Leben zurückblicken lässt. Freudenthaler zeichnet das eindringliche Porträt einer Generation, die ein scheinbar unspektakuläres Dasein führte, in dem sich aber tatsächlich die große Geschichte verbirgt.“

Laura Freudenthaler, geboren 1984 in Salzburg, studierte Germanistik, Philosophie und Gender Studies. Die Erzählungen „Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten“ erschienen 2014. „Die Königin schweigt“ ist ihr Debüt-Roman. Laura Freudenthaler lebt in Wien.

Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2018 tagte mit den Mitgliedern:

Dr. Wiebke Porombka, Dr. Daniela Strigl, Barbara Lison, Michael Sieber, Dr. Stefan Zweifel, Richard Kämmerlings und Dr. Lothar Müller.

Preisverleihung:

Die Preise werden am 29. Januar 2018 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 42. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „Herkunft & Identität – Lebensbilanzen in Literatur, Kunst & Film “.

 

 

 

 

Feierliche Verleihung des 63. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus

Bremen, 23. Januar 2017

Der Bremer Literaturpreis 2017 wurde am heutigen Montag (23. Januar 2017) im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle an Terézia Mora verliehen. Die Autorin erhält die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren 2016 im Luchterhand Literaturverlag erschienenen Erzählband „Die Liebe unter Aliens“. „Ein großartig komponierter Erzählband“, lobte Jurymitglied Dr. Roman Bucheli in seiner Laudatio das preisgekrönte Werk.

Bürgermeister Carsten Sieling (Senator für Kultur), Senthuran Varatharajah (Förderpreisträger des Bremer Literaturpreises 2017), Terézia Mora (Preisträgerin des Bremer Literaturpreises 2017), Dr. Lothar Müller (Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung) © Victor Ströver, nordsign, Bremen

Senthuran Varatharajah erhielt für seinen im vergangenen Jahr im S. Fischer Verlag erschienenen Roman „Vor der Zunahme der Zeichen“ den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis. Dr. Lothar Müller, Juryvorsitzender des Bremer Literaturpreises sagte in seiner Laudatio, dass der Förderpreisträger mit seinem prämierten Buch die deutsche Gegenwartsliteratur bereichert hat.

Der Senator für Kultur, Bürgermeister Dr. Carsten Sieling, betonte in seiner Rede,  dass beide Preisträger in ihren Werken auf die Bedeutung von Sprache als Mittel der Erkenntnis und des Dialoges aufmerksam machten. Das sei in einer Zeit, in der politische Auseinandersetzungen  manchmal mehr auf Herabwürdigung als auf einen Diskurs abzielten, sehr wichtig.

Die Preise überreichte die Geschäftsführerin der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Barbara Lison. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Heidi Luosujärvi. Der musikalische Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von jazzahead! ermöglicht.

 

Der Bremer Literaturpreis 2017 geht an Terézia Mora / Förderpreis für Senthuran Varatharajah

Bremen, 19. November 2016

Terézia Mora erhält den Bremer Literaturpreis 2017 für ihren im Luchterhand Literaturverlag erschienenen Erzählband „Die Liebe unter Aliens“.

Die Jury begründet die Vergabe:Abbildung: Terézia Mora, © Victor Ströver / nordsign

„Terézia Mora erhält den Bremer Literaturpreis 2017 für ihren Erzählungsband „Die Liebe unter Aliens“, in dem sie mit Nüchternheit und Emphase gleichermaßen das Innenleben ihrer Figuren zu Panoramen der Seele ausfaltet. Ihre genau komponierten Texte erzählen von Einsamkeit und Verlorenheit, handeln von den Augenblicken des kurzen Glücks, von der Sehnsucht nach Liebe und vom anhaltenden Scheitern vor den Ansprüchen des Alltags. Sprachmächtig und mit Sinn für Rhythmus und Melodie porträtiert sie Menschen an den Bruchstellen ihrer Existenz.“

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren. Sie lebt seit 1990 in Berlin und gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Bereits 1999 sorgte sie mit ihrem literarischen Debüt, dem Erzählungsband „Seltsame Materie“, für Furore. Für diese Erzählungen wurde sie u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Ungarischen.

Den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2017 erhält Senthuran Varatharajah für seinen im S. Fischer Verlag erschienenen Debüt-Roman „Vor der Zunahme der Zeichen“. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Senthuran Varatharajah, © Victor Ströver / nordsign

Die Jury begründet die Vergabe:

„Der Förderpreis geht an Senthuran Varatharajah für seinen Roman „Vor der Zunahme der Zeichen“, in dem ein junger Mann aus Sri Lanka und eine junge Frau aus dem Kosovo von ihren Herkunftswelten und ihrer Ankunft in Deutschland erzählen und zugleich eine Forschungsreise in ihre neue Sprache unternehmen.“

Senthuran Varatharajah, geboren 1984 in Sri Lanka, studierte Philosophie, ev. Theologie und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. 2014 nahm er – ohne zuvor etwas veröffentlicht zu haben – an den 38. Tagen der deutschsprachigen Literatur teil und erhielt den 3Sat-Preis. Senthuran Varatharajah lebt in Berlin

Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2017 tagte mit den Mitgliedern:

Dr. Roman Bucheli (Zürich), Richard Kämmerlings, Barbara Lison, Dr. Lothar Müller, Dr. Wiebke Porombka, Dr. Daniela Strigl sowie dem Preisträger 2016, Henning Ahrens.

Preisverleihung:

Die Preise werden am 23. Januar 2017 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 41. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „Vom Ende der Welt – Faszination Apokalypse in Literatur, Wissenschaft, Kunst und Film“.

 

Fotos:

Terézia Mora © Peter von Felbert

Senthuran Varatharajah © Heike Steinweg

Beide Fotos sind für die Berichterstattung über den Bremer Literaturpreis 2017 honorarfrei.

Bitte beachten Sie das Copyright.

Feierliche Verleihung des 62. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus

Bremen, 25. Januar 2016

Der Bremer Literaturpreis 2016 wurde am heutigen Montag (25. Januar 2016) im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle an Henning Ahrens verliehen. Der Autor erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen 2015 im S. Fischer Verlag erschienenen Roman „Glantz und Gloria“. „Jeder Roman, jeder Lyrik- oder Erzählband, ist erst einmal ein Fremder. Große Literatur bietet die Chance, dass wir uns früher oder später in ihrer Fremde zuhause fühlen“, beschrieb Richard Kämmerlings, Mitglied der Jury des Bremer Literaturpreises, in seiner Laudatio das preisgekrönte Werk.

Vor der Preisverleihung: Staatsrätin für Kultur Carmen Emigholz, Henning Ahrends (Träger des Bremer Literaturpreises 2016), Matthias Nawrat (Förderpreisträger 2016) und Michael Sieber (Vorsitzender der Rudolf-Alexander-Schröder Stiftung)

Vor der Preisverleihung: Staatsrätin für Kultur Carmen Emigholz, Henning Ahrens (Träger des Bremer Literaturpreises 2016), Matthias Nawrat (Förderpreisträger 2016) und Michael Sieber (Vorsitzender der Rudolf-Alexander-Schröder Stiftung). Foto: Victor Ströver, nordsign, Bremen

Matthias Nawrat erhielt für seinen im vergangenen Jahr bei Rowohlt veröffentlichten Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis. Jurymitglied Dr. Wiebke Porombka betonte in ihrer Laudatio auf den Förderpreisträger, dass es beglückend sei, dass es „eine Stimme wie die von Matthias Nawrat gibt, die uns die Misstöne eines instrumentell überformten Sprechens zum klingen bringt, und das wunderbarer Weise, indem er ihr durch poetische Verdichtung auf die Schliche kommt.“

Die Staatsrätin für Kultur, Carmen Emigholz betonte in ihrer Rede,  dass es Aufgabe des Bremer Literaturpreises sei, Bücher auszuzeichnen, die sich durchaus provokant mit der Gegenwart und Vergangenheit beschäftigten. „Die Jury hatte den Mut, zwei entsprechende Werke auszuwählen“, sagte sie.

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Michael Schaerer Solo. Der musikalische Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von jazzahead! ermöglicht.

 

Der Bremer Literaturpreis 2016 geht an Henning Ahrens / Förderpreis für Matthias Nawrat

Bremen, 21. November 2015

Henning Ahrens erhält den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2016. Er erhält diesen Preis für seinen im S. Fischer Verlag erschienenen Roman „Glantz und Gloria“.

Die Jury begründet die Vergabe: „Der mit 20.000 Euro dotierte Bremer Literaturpreis 2016 geht an Henning Ahrens für seinen Roman „Glantz und Gloria“, in dem die Rückkehr in eine fremd gewordene Heimat zum furiosen Sprachabenteuer wird. Poesie und Prosa tun sich in diesem phantastischen und zugleich politischen Roman zusammen, um die Dämonen der deutschen Provinz zur Kenntlichkeit zu verzerren.“

Henning Ahrens, geb. 1964 in Peine, studierte Anglistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Göttingen, London und Kiel. Neben seiner Übersetzertätigkeit (u.a. Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton) veröffentlichte er die eigenen Lyrikbände „Stoppelbrand“, „Lieblied was kommt“ und „Kein Schlaf in Sicht“ sowie die Romane „Lauf Jäger lauf“, „Langsamer Walzer“ und „Tiertage“, für die er bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde.

Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2016 erhält Matthias Nawrat für seinen im Rowohlt Verlag erschienenen Buch „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Die Jury begründet die Vergabe: „Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis erhält Matthias Nawrat, der in seinem Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ ein deutsch-polnisches Geschichtspanorama entwirft. Die Schrecken der Vergangenheit werden in einer leichtfüßigen, absurd-komödiantischen Erzählweise vergegenwärtigt, die alle Legenden und Lebenslügen entlarvt.“ 

Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Er veröffentlichte bereits die vielbeachteten Romane „Wir zwei allein“ (2012) sowie „Unternehmer“ (2014). Matthias Nawrat lebt in Berlin.

 

Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2016 tagte mit den Mitgliedern:

Dr. Roman Bucheli (Zürich), Richard Kämmerlings, Barbara Lison, Dr. Lothar Müller, Dr. Wiebke Porombka, Michael Sieber sowie der Förderpreisträgerin 2015, Nadja Küchenmeister.

Preisverleihung:

Die Preise werden am 25. Januar 2016 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 40. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „Generation im Aufbruch – Von der Schwierigkeit des Erwachsenwerdens“.

 Der mit 20.000 Euro dotierte Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten und bedeutendsten Literaturpreise der Bundesrepublik. Er wurde erstmals 1954 vergeben. Zusätzlich wird seit 1977 ein mit 6.000 Euro dotierter Förderpreis verliehen, der seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert wird.

 

 

Feierliche Verleihung des 60. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus – Clemens Meyer und Roman Ehrlich ausgezeichnet

Bremen, 27. Januar 2014 Der Bremer Literaturpreis 2014 wurde am heutigen Montag im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle an Clemens Meyer verliehen. Der Autor erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein 2013 im S. Fischer Verlag erschienenes Buch »Im Stein «.
»Ein Roman, der uns in Abgründe und scheinbar fremde Unterwelten entführt und der uns dabei aber tatsächlich so nah an uns heranführt, dass man sich beinahe ein wenig geblendet fühlt.«beschrieb Dr. Wiebke Porombka, Mitglied der Jury des Bremer Literaturpreises, in ihrer Laudatio das preisgekrönte Werk.

Roman Ehrlich erhielt für seinen im vergangenen Jahr bei DuMont veröffentlichten Roman »Das kalte Jahr« den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis
»Die Winterreise des Wanderers führt in ein Zwischenreich, das an die Horrorerzählung ebenso grenzt wie an den Allerweltsalltag, den es der Kälte und Erstarrung aussetzt. Ein solches Zwischenreich mit den Mitteln und in den Bildern der Sprache, mit Worten also zu erobern, ist keine geringe Leistung.« waren die treffenden Worte des Juryvorsitzenden Dr. Lothar Müller in seiner Laudatio auf den Förderpreisträger.

Bürgermeister Böhrnsen betonte in seinem Grußwort die Unabhängigkeit der Kultur von politischer Einflussnahme. Mit Blick auf den heutigen Tag der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz 1945 sagte Bürgermeister Böhrnsen, dass es nicht lange her sei, dass in Deutschland die Kultur in den Dienst eines verbrecherischen Systems gezwungen worden sei. Gerade vor dem Hintergrund dieser Geschichte sei der öffentliche Diskurs wichtig. Bürgermeister Böhrnsen: »Wir wollen, dass Kunst und Kultur in unsere Stadt hineinwirken.«

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Emil Hess (Saxophone). Der musikalische Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von jazzahead! ermöglicht.

Clemens Meyergeboren 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. Nach dem Abitur arbeitete er als Bauhelfer, Möbelträger und Wachmann. Von 1998 bis 2003 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman »Als wir träumten«. Für sein Werk wurde Clemens Meyer mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2008 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für »Die Nacht, Die Lichter. Stories«

Roman Ehrlich, geboren 1983 in Aichach, aufgewachsen in Neuburg an der Donau, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Freien Universität Berlin. Er war Stipendiat der Werkstatttage des Wiener Burgtheaters, nominiert für den open mike und Teilnehmer der Autorenwerkstatt Prosa am LCB. »Das kalte Jahr« ist sein erster Roman. Roman Ehrlich lebt in Berlin.

Feierliche Verleihung des 61. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus – Marcel Beyer und Nadja Küchenmeister ausgezeichnet

Vor der Preisverleihung: Michael Sieber , Marcel Beyer, Nadja Küchenmeister und Bürgermeister Jens Böhrnsen im Bremer Rathaus. Foto: Victor Ströver

Vor der Preisverleihung: Michael Sieber , Marcel Beyer, Nadja Küchenmeister und Bürgermeister Jens Böhrnsen im Bremer Rathaus.
Foto: Victor Ströver

Bremen, 26. Januar 2015 Der Bremer Literaturpreis 2015 wurde am heutigen Montag im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle an Marcel Beyer verliehen. Der Autor erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen 2014 im Suhrkamp Verlag erschienenen Gedichtband »Graphit«.
»Es ist ein reiches Buch, reich an Geschichten und Geschichte, das Buch eines Autors, der es liebt, quer über Wortfelder zu gehen, übersehene Furchen in Wortfeldern zu entdecken, sie neu zu bestellen mit seinem Schreiben, das Egge und Pflug zugleich ist« beschrieb Dr. Lothar Müller, Vorsitzender der Jury des Bremer Literaturpreises, in seiner Laudatio das preisgekrönte Werk.

Nadja Küchenmeister erhielt für ihren im vergangenen Jahr bei Schöffling & Co veröffentlichten Gedichtband »Unter dem Wacholder « den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis

Michael Sieber übergibt den Bremer Literaturpreis 2015 an Marcel Beyer. Foto: Victor Ströver

Michael Sieber übergibt den Bremer Literaturpreis 2015 an Marcel Beyer.
Foto: Victor Ströver

»Nicht allein für die traumwandlerisch genauen Bilder, mit der Daseinsnot und Alltagsglück greifbar werden; auch nicht nur für die subtilen Erkundungen in den Bezirken der Träume oder in den Sphären der Vergänglichkeit, aber für das suggestive Nebeneinander von solchen Bildern, poetischer Sprache, existenzieller Hellhörigkeit und zeitdiagnostischer Schärfe erhält Nadja Küchenmeister den Förderpreis des Bremer Literaturpreises«erklärte Jurymitglied Roman Bucheli in seiner Laudatio auf die Förderpreisträgerin.

Bürgermeister Jens Böhrnsen betonte in seiner Rede, dass zum ersten Mal zwei Lyrikbände mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet worden seien. Er hob hervor, dass ihn an der Gattung Lyrik ihre Genauigkeit und Präzision beeindrucke. Sie schule den Blick für das Wesentliche und fordere zu einem ernsthaften und freudvollen Lesen auf, das sich dem Strudel der Info-Häppchen widersetze.

Michael Sieber zeichnet Nadjy Küchenmeister mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2015 aus. Foto: Victor Ströver

Michael Sieber zeichnet Nadja Küchenmeister mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2015 aus.
Foto: Victor Ströver

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt vom Duo Flament / Janinent (Vibraphon, Violine). Der musikalische Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von jazzahead! ermöglicht.

Marcel Beyer, geboren am 1965 in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; 1992 Magister artium mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Ab 1989 gab er an der Universität Siegen gemeinsam mit Karl Riha die Reihe Vergessene Autoren der Moderne heraus. Von 1990 bis 1993 arbeitete er als Lektor an der Literaturzeitschrift Konzepte mit; von 1992 bis 1998 veröffentlichte er in der Musikzeitschrift Spex. 1991 erschien Beyers erster Roman »Das Menschenfleisch«. 1996 und 1998 war er Writer in residence am University College London und an der University of Warwick in Coventry. Marcel Beyer lebt seit 1996 in Dresden.

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, lebt dort als freie Schriftstellerin. Sie studierte Germanistik und Soziologie in Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Für ihren vielbeachteten Debütband »Alle Lichter« erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Stahl-Literaturpreis und den Ulla-Hahn-Autorenpreis.