Der Bremer Literaturpreis 2018 geht an Thomas Lehr / Förderpreis für Laura Freudenthaler

Bremen, 18. November 2017

Thomas Lehr erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2018 für seinen im Hanser Verlag erschienenen Roman „Schlafende Sonne“.

Die Jury begründet die Vergabe:

„Der Bremer Literaturpreis  2018 geht an Thomas Lehr für seinen Roman „Schlafende Sonne“, der seine Figuren mit großer erzählerischer Kraft und sprachlichem Wagemut durch die Katastrophenlandschaften des zwanzigsten Jahrhunderts vom Ersten Weltkrieg über den Mauerfall bis nah in die Gegenwart  begleitet und die historischen Verwerfungen durch ihre Spiegelung in Kunst, Philosophie und Naturwissenschaften erhellt.“

Thomas Lehr, 1957 in Speyer geboren, studierte zunächst Biochemie, bevor er sich ganz der Schriftstellerei zuwandte. Für sein umfangreiches Werk erhielt er zahlreiche Preise, zuletzt den Berliner Literaturpreis (2011), den Marie-Luise Kaschnitz-Preis (2012) und den Joseph Breitbach-Preis (2015). Sein letzter Roman „Schlafende Sonne“ (2017) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Thomas Lehr lebt in Berlin.

Den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018 erhält Laura Freudenthaler für ihren im Literaturverlag Droschl erschienenen Debüt-Roman „Die Königin schweigt“. Der Förderpreis in Höhe von 6.000 Euro wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Die Jury begründet die Vergabe:

„Mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises wird Laura Freudenthaler für „Die Königin schweigt“ ausgezeichnet. Ein stiller, konzentrierter Roman, der eine alte Frau, die sich gegen das Erinnern und das Erzählen sperrt, auf ihr von Verlusten bestimmtes Leben zurückblicken lässt. Freudenthaler zeichnet das eindringliche Porträt einer Generation, die ein scheinbar unspektakuläres Dasein führte, in dem sich aber tatsächlich die große Geschichte verbirgt.“

Laura Freudenthaler, geboren 1984 in Salzburg, studierte Germanistik, Philosophie und Gender Studies. Die Erzählungen „Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten“ erschienen 2014. „Die Königin schweigt“ ist ihr Debüt-Roman. Laura Freudenthaler lebt in Wien.

Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2018 tagte mit den Mitgliedern:

Dr. Wiebke Porombka, Dr. Daniela Strigl, Barbara Lison, Michael Sieber, Dr. Stefan Zweifel, Richard Kämmerlings und Dr. Lothar Müller.

Preisverleihung:

Die Preise werden am 29. Januar 2018 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 42. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „Herkunft & Identität – Lebensbilanzen in Literatur, Kunst & Film “.

 

 

 

 

Der Bremer Literaturpreis 2016 geht an Henning Ahrens / Förderpreis für Matthias Nawrat

Bremen, 21. November 2015

Henning Ahrens erhält den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2016. Er erhält diesen Preis für seinen im S. Fischer Verlag erschienenen Roman „Glantz und Gloria“.

Die Jury begründet die Vergabe: „Der mit 20.000 Euro dotierte Bremer Literaturpreis 2016 geht an Henning Ahrens für seinen Roman „Glantz und Gloria“, in dem die Rückkehr in eine fremd gewordene Heimat zum furiosen Sprachabenteuer wird. Poesie und Prosa tun sich in diesem phantastischen und zugleich politischen Roman zusammen, um die Dämonen der deutschen Provinz zur Kenntlichkeit zu verzerren.“

Henning Ahrens, geb. 1964 in Peine, studierte Anglistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Göttingen, London und Kiel. Neben seiner Übersetzertätigkeit (u.a. Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton) veröffentlichte er die eigenen Lyrikbände „Stoppelbrand“, „Lieblied was kommt“ und „Kein Schlaf in Sicht“ sowie die Romane „Lauf Jäger lauf“, „Langsamer Walzer“ und „Tiertage“, für die er bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde.

Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2016 erhält Matthias Nawrat für seinen im Rowohlt Verlag erschienenen Buch „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Die Jury begründet die Vergabe: „Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis erhält Matthias Nawrat, der in seinem Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ ein deutsch-polnisches Geschichtspanorama entwirft. Die Schrecken der Vergangenheit werden in einer leichtfüßigen, absurd-komödiantischen Erzählweise vergegenwärtigt, die alle Legenden und Lebenslügen entlarvt.“ 

Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Er veröffentlichte bereits die vielbeachteten Romane „Wir zwei allein“ (2012) sowie „Unternehmer“ (2014). Matthias Nawrat lebt in Berlin.

 

Die Jury zum Bremer Literaturpreis 2016 tagte mit den Mitgliedern:

Dr. Roman Bucheli (Zürich), Richard Kämmerlings, Barbara Lison, Dr. Lothar Müller, Dr. Wiebke Porombka, Michael Sieber sowie der Förderpreisträgerin 2015, Nadja Küchenmeister.

Preisverleihung:

Die Preise werden am 25. Januar 2016 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 40. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „Generation im Aufbruch – Von der Schwierigkeit des Erwachsenwerdens“.

 Der mit 20.000 Euro dotierte Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten und bedeutendsten Literaturpreise der Bundesrepublik. Er wurde erstmals 1954 vergeben. Zusätzlich wird seit 1977 ein mit 6.000 Euro dotierter Förderpreis verliehen, der seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert wird.

 

 

Der Bremer Literaturpreis 2015 geht an Marcel Beyer / Förderpreis für Nadja Küchenmeister

Bremen, 15. November 2014

Marcel Beyer erhält den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2015. Er erhält diesen Preis für seinen im Suhrkamp Verlag erschienenen Gedichtband „Graphit“.

Die Jury begründet die Vergabe:
„Der Bremer Literaturpreis 2015 geht an Marcel Beyer für seinen Gedichtband „Graphit“, eine große Reise durch die Natur, nahe und ferne Welten, Entdeckungen und Verluste, eine von Sprachzauber und Rhythmusgefühl geprägte Erkundung innerer und äußerer Landschaften der Geschichte wie der eigenen Biographie.“

Marcel Beyer, geboren am 1965 in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; 1992 Magister artium mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Ab 1989 gab er an der Universität Siegen gemeinsam mit Karl Riha die Reihe Vergessene Autoren der Moderne heraus. Von 1990 bis 1993 arbeitete er als Lektor an der Literaturzeitschrift Konzepte mit; von 1992 bis 1998 veröffentlichte er in der Musikzeitschrift Spex. 1991 erschien Beyers erster Roman „Das Menschenfleisch“. 1996 und 1998 war er Writer in residence am University College London und an der University of Warwick in Coventry. Marcel Beyer lebt seit 1996 in Dresden.

Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2015 erhält Nadja Küchenmeister für ihr im Schöffling Verlag erschienenes Buch „Unter dem Wacholder“. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert.

Die Jury begründet die Vergabe:
„Der Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2015 geht an Nadja Küchenmeister, die in ihrem Gedichtband „Unter dem Wacholder“ mit großem Formgefühl Stimmungsbilder erfüllter wie verlorener Augenblicke entwirft und den Raum der Tradition für sich erobert, unangestrengt und mit sanfter Entschiedenheit.“

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, lebt dort als freie Schriftstellerin. Sie studierte Germanistik und Soziologie in Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Für ihren vielbeachteten Debütband „Alle Lichter“ erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Stahl-Literaturpreis und den Ulla-Hahn-Autorenpreis.

Der diesjährigen Jury gehören an:
Dr. Roman Bucheli (Zürich), Richard Kämmerlings, Barbara Lison, Dr. Lothar Müller, Dr. Wiebke Porombka, Michael Sieber und Dr. Daniela Strigl (Wien).

Preisverleihung:
Die Preise werden am 26. Januar 2015 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Im Umfeld der Preisverleihung findet die 39. Literarische Woche Bremen statt – in diesem Jahr mit dem Thema „SIE KENNEN DICH! – Überwachung total. Gesellschaft unter Beobachtung in Literatur, Wissenschaft, Kunst & Film“.

Der mit 20.000 Euro dotierte Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten und bedeutendsten Literaturpreise der Bundesrepublik. Er wurde erstmals 1954 vergeben. Zusätzlich wird seit 1977 ein mit 6.000 Euro dotierter Förderpreis verliehen, der seit 2005 von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanziert wird.