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Feierliche Verleihung des 57. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus –
Friederike Mayröcker und Andrea Grill  ausgezeichnet

Bremen, 26. Januar 2011        Im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle ist am heutigen Mittwoch (26. Januar 2011) der Bremer Literaturpreis 2011 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung an Friederike Mayröcker verliehen worden. Aus gesundheitlichen Gründen konnte die Wiener Autorin den Preis leider nicht persönlich in Empfang nehmen, übermittelte ihre Dankesworte aber in einer exklusiven Videobotschaft an das Bremer Publikum.
Diese Videobotschaft können Sie hier ansehen:

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Das Video wurde freundlicherweise vom ORF zur Verfügung gestellt.

Die Wiener Autorin erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr 2010 im Suhrkamp Verlag erschienenes Buch »ich bin in der Anstalt. Fusznoten zu einem nicht geschriebenen Werk«.

Friederike Mayröckers Buch »weicht dem Alter und dem Tod nicht aus, aber es hofiert sie auch nicht. Es bietet ihnen in seiner quecksilbrigen Sprache Paroli, im überaus lebendigen, kaum je zur Ruhe kommenden Gewusels der Gedanken, Gespräche und Geräusche, in seinem Kaleidoskop aus gesehenen und erinnerten Bildern, gehörten und erinnerten Tönen … präzise gebannten Wahrnehmungen.« beschrieb Dr. Lothar Müller, Vorsitzender der Jury des Bremer Literaturpreises 2011, in seiner Laudatio das preisgekrönte Werk.

Zugleich erhielt Andrea Grill für ihr im vergangenen Jahr im Otto Müller Verlag veröffentlichten Roman »Das Schöne und das Notwendige« den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen – finanzierten Förderpreis. »›Das Schöne und das Notwendige‹ ist ein kauziges, witziges, verschmitztes Buch, ein Buch, dessen Erzählerin es faustdick hinter den Ohren hat.« waren die treffenden Worte des Jurymitgliedes Dr. Daniela Strigl in ihrer Laudatio auf die Förderpreisträgerin.

Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz gratulierte den beiden Preisträgerinnen im Namen des Senats der Freien Hansestadt Bremen: »Die Jury hat es erneut verstanden, zwei würdige Preisträgerinnen auszuzeichnen. Der Bremer Literaturpreis ist in seiner langen Geschichte an viele bedeutende Autorinnen und Autoren gegangen und hat sich zu einem der wichtigsten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum entwickelt. Der Preis dokumentiert eindrucksvoll Entwicklungslinien der deutschen Literatur und ist daher aus dem bremischen Kulturleben nicht wegzudenken.«

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber.

Friederike Mayröcker wurde 1924 in Wien geboren, wo sie auch heute lebt. Schon Ende der Dreißiger Jahre begann sie mit ersten literarischen Arbeiten. Seit 1956 arbeitet sie als freie Autorin und schreibt Gedichte, Prosa, dramatische Texte für Bühne und Hörfunk sowie Kinderbücher. Friederike Mayröcker wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt erhielt die Büchner-Preisträgerin den Horst-Bienek-Preis für Lyrik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Andrea Grill, geboren 1975 in Bad Ischl, studierte Biologie und Sprachen in Salzburg, Thessaloniki und Tirana und lebte mehrere Jahre in Cagliari, Sardinien. Sie promovierte über die Evolution der Schmetterlinge Sardiniens und veröffentlichte anschließend in diversen Zeitungen und Zeitschriften. Sie arbeitet auch als Übersetzerin aus dem Albanischen. Sie war Stipendiatin am Literarischen Colloquium Berlin und auf Schloss Wiepersdorf. Andrea Grill lebt in Salzburg, Amsterdam und Neuchâtel.

Bürgermeister Jens Böhrnsen, Clemens J. Setz, Roman Graf und Michael Sieber im Bremer Rathaus. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Vor der Preisverleihung:
Dr. Tanja Postpischil, Michael Sieber, Staatsrätin Carmen Emigholz, Andrea Grill im Bremer Rathaus.

Foto: Victor Ströver


Michael Sieber übergibt den Bremer Literaturpreis 2010 stellvertretend an Dr. Tanja Postpischil. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Michael Sieber übergibt den Bremer Literaturpreis 2011 stellvertretend an Dr. Tanja Postpischil.
Foto: Victor Ströver


Michael Sieber zeichnet Andrea Grill mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises aus. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Michael Sieber zeichnet Andrea Grill mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises aus.
Foto: Victor Ströver


Pressemitteilung der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung:
Friederike Mayröcker erkrankt

Bremen, 20. Januar 2011        Die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung gab heute folgende Pressemitteilung heraus:

Mit großem Bedauern gibt die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung bekannt, dass die diesjährige Preisträgerin des Bremer Literaturpreises, Friederike Mayröcker, aus gesundheitlichen Gründen und auf ärztliches Anraten den Preis leider nicht persönlich in Empfang nehmen kann. Es ist Friederike Mayröcker sehr schwer gefallen, den Bremerinnen und Bremern eine Absage zu erteilen, da die Auszeichnung mit dem Bremer Literaturpreis für sie sehr bedeutend ist.

Daher ist die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung sehr froh, dass die Preisträgerin nun eine exklusive Aufzeichnung zu diesem Anlass an ihrem Wohnort in Wien im ORF produziert, so dass die geplanten Veranstaltungen stattfinden werden. Friederike Mayröcker wird sowohl für die im Schauspielhaus vorgesehene Lesung als auch für ihre Dankesrede im Bremer Rathaus eine Videobotschaft produzieren. Diese Einspielungen werden am 25. Januar (im Schauspielhaus) und am 26. Januar (im Rathaus) exklusiv aufgeführt.

Alle Veranstaltungen, an denen Friederike Mayröcker im Umfeld der Verleihung des Bremer Literaturpreises auch teilgenommen hätte, werden trotzdem stattfinden.

Weitere Informationen:
Tobias Peters
Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung
c/o Stadtbibliothek Bremen
Tel.: 0421/ 361-47 08
Email: tobias.peters@stadtbibliothek.bremen.de

 

Abbildung: Friederike Mayröcker (Foto: © Brigitte Friedrich) Friederike Mayröcker
Foto: Wolfgang H. Wögerer, Wien, Austria




Friederike Mayröcker erhält Bremer Literaturpreis 2011 –
Förderpreis für Andrea Grill

Bremen, 13. November 2010        Den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2011 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung hat die Jury am
13. November Friederike Mayröcker für ihr 2010 im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch »ich bin in der Anstalt. Fusznoten zu einem nichtgeschriebenen Werk« zugesprochen.
Die Jury begründet die Vergabe: »Der Bremer Literaturpreis 2011 geht an Friederike Mayröcker für ihr Buch ›ich bin in der Anstalt. Fusznoten zu einem nicht geschriebenen Werk‹, in dem die Sprache der Dichterin sich in Prosa verwandelt und ein Lebensjahr in allen seinen Facetten in sich aufnimmt: die Gedanken und Geräusche, die Toten und die Lebenden, die Bücher und die Bilder, die Traumreste und die Tabletten. Selten finden die Physiognomik des Alltags und die philosophisch inspirierte Reflexion so selbstverständlich zusammen wie in diesen Fragmenten.«
Friederike Mayröcker wurde 1924 in Wien geboren, wo sie auch heute lebt. Schon Ende der Dreißiger Jahre begann sie mit ersten literarischen Arbeiten. Seit 1956 arbeitet sie als freie Autorin und schreibt Gedichte, Prosa, dramatische Texte für Bühne und Hörfunk sowie Kinderbücher. Friederike Mayröcker wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt erhielt die Büchner-Preisträgerin den Horst-Bienek-Preis für Lyrik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreises 2011 hat die Jury Andrea Grill für ihren 2010 im Otto Müller Verlag erschienenen Roman »Das Schöne und das Notwendige« zugesprochen. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentlichen Versicherung Bremen finanziert.
Dazu die Jury: »Der Förderpreis geht an Andrea Grill für den Roman ›Das Schöne und das Notwendige‹. Mit großer Fabulierlust, koboldhaftem Witz und lexikalisch inspirierter Phantasie erzählt sie, haarscharf neben der Wirklichkeit, von dem, was man in Krisenzeiten am dringendsten braucht: eine tragende Geschäftsidee. Ein Schelmenroman über die Kunst, aus Dreck Gold zu machen.«
Andrea Grill, geboren 1975 in Bad Ischl, studierte Biologie und Sprachen in Salzburg, Thessaloniki und Tirana und lebte mehrere Jahre in Cagliari, Sardinien. Sie promovierte über die Evolution der Schmetterlinge Sardiniens und veröffentlichte anschließend in diversen Zeitungen und Zeitschriften. Dazu arbeitet sie als Übersetzerin aus dem Albanischen. Sie war Stipendiatin am Literarischen Colloquium Berlin und auf Schloss Wiepersdorf. Andrea Grill lebt in Salzburg, Amsterdam und Neuchatel.

Der Jury gehören an:
Dr. Gudrun Boch, Dr. Roman Bucheli (Zürich), Richard Kämmerlings, Barbara Lison, Dr. Lothar Müller , Michael Sieber und Dr. Daniela Strigl (Wien) sowie die beiden Preisträger 2010, Hauptpreisträger Clemens J. Setz und Förderpreisträger Roman Graf.

Preisverleihung:
Die Preise werden am Mittwoch, 26. Januar 2011, am Geburtstag Rudolf Alexander Schröders, um 12 Uhr im Bremer Rathaus durch den Vorsitzenden der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a. D. Michael Sieber, verliehen. Dr. Lothar Müller wird dann die Laudatio auf Friederike Mayröcker halten, Dr. Daniela Strigl die Laudatio auf Andrea Grill.

Im Umfeld der Preisverleihung veranstaltet die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung die 35. Literarische Woche – in diesem Jahr unter dem Thema »Was fehlt - was bleibt ...? Strategien des Vergessens in Literatur, Kunst, Film und Wissenschaft«.

Beide Preisträgerinnen lesen aus ihren Werken am Dienstag, 25. Januar 2011, um 20 Uhr im Neuen Schauspielhaus des Bremer Theaters.

 

Abbildung: Friederike Mayröcker (Foto: © Brigitte Friedrich) Friederike Mayröcker
Foto: Wolfgang H. Wögerer, Wien, Austria


Abbildung: Andrea Grill (Foto: © L.E.L. Raijmann) Andrea Grill
Foto: L.E.L. Raijmann


Bremer Literaturpreisträger lesen in Brüssel

Auf Einladung der Bremer Landesvertretung, der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung und des Goethe-Instituts Brüssel stellte der Bremer Literaturpreisträger 2010 Clemens J. Setz sowie der Förderpreisträger 2010 Roman Graf am Donnerstag, dem 17. Juni ihre preisgekrönten Bücher dem deutschsprachigen Publikum in Brüssel vor.

Bei der Lesung im Goethe-Institut Brüssel verfolgten knapp 100 Gäste sehr interessiert die Lesungen der beiden Preisträger unter der Moderation durch den Literaturkritiker und Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Dr. Lothar Müller, der auch Jurymitglied ist. Aus dem Publikum kamen interessierte Fragen, die ein hohes Interesse an der deutschen Gegenwartsliteratur spiegelten. Im Anschluss nutzte das Publikum bei einem kleinen Empfang die Möglichkeit, mit den Autoren in Kontakt zu treten und sich mit ihnen auszutauschen.

Am nächsten Morgen folgte bei der Lesung in der Deutschen Schule Brüssel ein sehr interessiertes junges Publikum (16- bis 18-Jährige) den Worten des Förderpreisträgers Roman Graf und diskutierte angeregt und kompetent mit dem jungen Schweizer Autor.

Die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, die Bremer Vertretung und das Goethe-Institut Brüssel wollen mit dieser Veranstaltung auch in den kommenden Jahren den Bremer Literaturpreis und den Förderpreis in der EU-Hauptstadt präsentieren.

Bürgermeister Jens Böhrnsen, Clemens J. Setz, Roman Graf und Michael Sieber im Bremer Rathaus. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Clemens J. Setz und Roman Graf vor der Verleihung des Bremer Literaturpreises am 26. 1. 2010
Foto: Victor Ströver


Feierliche Verleihung des 56. Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus –
Clemens J. Setz und Roman Graf ausgezeichnet

Bremen, 26. Januar 2010        Im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle ist am heutigen Dienstag (26. Januar 2010) der Bremer Literaturpreis 2010 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung an Clemens J. Setz verliehen worden.
Der Schriftsteller erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen 2009 im Residenz Verlag erschienenen Roman »Die Frequenzen». Clemens J. Setz zweiter Roman ist ein Buch, »das nahezu auf jeder beliebigen Seite ein, zwei Wahrheiten, vibrierende Bilder, brillante neue Gedanken oder Beobachtungen, Schweinereien und Schönheiten in den Kosmos feuert» beschrieb Mathias Gatza, Jurymitglied der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung und Förderpreisträger des Vorjahres, in seiner Laudatio das preisgekrönte Werk.

Zugleich erhielt Roman Graf für sein im vergangenen Jahr im Limmat Verlag veröffentlichten Roman »Herr Blanc« den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanzierten Förderpreis. »Roman Graf ist mit diesem Erstling das Kunststück gelungen, eine Elendsfigur gerade in ihrem durchschnittlichen und keineswegs besonders aufwühlenden Elend literarisch interessant zu machen (…) So viel Kunst im Unspektakulären, so viel Aufregung in der Lebensmonotonie, so viel unaufdringlicher Witz in dem zum Himmel schreienden Mittelmass war lange nicht mehr» waren die treffenden Worte des Jurymitgliedes Roman Bucheli in seiner Laudatio auf den Förderpreisträger.

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber.

Der Senator für Kultur, Bürgermeister Jens Böhrnsen gratulierte den beiden Preisträgern im Namen des Senats und bedankte sich bei der Jury. »Der Bremer Literaturpreis ist längst zu einem Seismographen der deutschen Literaturgeschichte geworden und ist fest mit dem bremischen Kulturleben verbunden», so Bürgermeister Böhrnsen. Der Bremer Literaturpreis sei mit seiner Geschichte Beleg dafür, wie Kultur als Motor gesellschaftlicher Entwicklung wirke – »daher wollen wir die Kultur als wesentlichen Eckpfeiler unserer Gesellschaft weiter schützen.«
Bürgermeister Böhrnsen bedankte sich ausdrücklich bei der ÖVB – Öffentliche Versicherungen Bremen: Das Unternehmen hatte erklärt, die in diesem Jahr auslaufende Finanzierung des Förderpreises fortführen zu wollen.

Clemens J. Setz, 1982 in Graz geboren, studiert dort Mathematik und Germanistik. Er ist Obertonsänger, Übersetzer und Gründungsmitglied der Literaturgruppe »Plattform». Er veröffentlichte Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien, u. a. in »manuskripte», »Lichtungen», »Jahrbuch der Lyrik 2007» sowie im Rundfunk. 2007 erschien sein Romandebüt »Söhne und Planeten». »Die Frequenzen» ist sein zweiter Roman. Clemens J. Setz lebt und arbeitet in Graz.

Roman Graf ist 1978 in Winterthur, Schweiz, geboren. Nach einer Lehre als Forstwart, längeren Aufenthalten in London und Grenoble sowie der Tätigkeit als Behindertenbetreuer studierte er Publizistik an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich und absolvierte von 2003 bis 2007 das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig. 2007 Artist in Residence in der Villa Decius, Krakau, sowie ein Aufenthaltstipendium im Edith-Stein-Haus in Breslau. Verschiedene Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Roman Graf lebt als freier Autor in Leipzig und in Winterthur.

Bürgermeister Jens Böhrnsen, Clemens J. Setz, Roman Graf und Michael Sieber im Bremer Rathaus. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Bürgermeister Jens Böhrnsen, Clemens J. Setz, Roman Graf und Michael Sieber
Foto: Victor Ströver


Michael Sieber überreicht Clemens J. Setz die Ernennungsurkunde des Bremer Literaturpreises. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Clemens J. Setz und Michael Sieber
Foto: Victor Ströver


Michael Sieber gratuliert Roman Graf zum Förderpreis. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Roman Graf und Michael Sieber
Foto: Victor Ströver


Clemens J. Setz erhält Bremer Literaturpreis 2010 –
Förderpreis für Roman Graf

Bremen, 14. November 2009        Den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2010 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung hat die Jury am
14. November Clemens J. Setz für seinen 2009 im Residenz Verlag erschienenen Roman »Die Frequenzen« zugesprochen.
Die Jury begründet die Vergabe: »Clemens J. Setz erhält den Bremer Literaturpreis für einen unerhörten Vater-Sohn-Roman, der sprachliche Könnerschaft mit Intelligenz und Leichtigkeit ausspielt. Mit anarchischer Phantasie unternimmt Setz eine schonungslos präzise Demontage des Familienromans. Zielsichere Komik und abgründige Metaphern verbinden sich zu einem sensorischen Wunderwerk, in dem sich eine neue Stimme von beängstigender Intensität und künstlerischer Autonomie eindrucksvoll manifestiert.«
Clemens J. Setz, 1982 in Graz geboren, studiert dort Mathematik und Germanistik. Er ist Obertonsänger, Übersetzer und Gründungsmitglied der Literaturgruppe »Plattform«. Er veröffentlichte Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien, u. a. in »manuskripte«, »Lichtungen«, »Jahrbuch der Lyrik 2007« sowie im Rundfunk. 2007 erschien sein Romandebüt »Söhne und Planeten«. »Die Frequenzen« ist sein zweiter Roman. Clemens J. Setz lebt und arbeitet in Graz.

Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreises 2010 hat die Jury Roman Graf für seinen 2009 im Limmat Verlag erschienenen Roman »Herr Blanc« zugesprochen. Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentlichen Versicherung Bremen finanziert.
Dazu die Jury: »Roman Graf erhält den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis für seinen Erstlingsroman ›Herr Blanc‹, in dem er eine abgründig trostlose Lebens- und Liebesgeschichte in radikaler Konsequenz aus dem inneren Gedankenstrom seiner Figur heraus erzählt. Roman Grafs aufreizend nüchterne Sprache schöpft die Komik aus dem schreienden Widerspruch zwischen Blancs überschießender Gedankenwelt und der Ereignislosigkeit seines Alltags.«
Roman Graf ist 1978 in Winterthur, Schweiz, geboren. Nach einer Lehre als Forstwart, längeren Aufenthalten in London und Grenoble sowie der Tätigkeit als Behindertenbetreuer studierte Publizistik an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich und absolvierte von 2003 bis 2007 das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig. 2007 Artist in Residence in der Villa Decius, Krakau, sowie ein Aufenthaltstipendium im Edith-Stein-Haus in Breslau. Verschiedene Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Roman Graf lebt als freier Autor in Leipzig und in Winterthur.

Der Jury gehören an:
Dr. Gudrun Boch, Dr. Daniela Strigl, Dr. Lothar Müller, Barbara Lison, Richard Kämmerlings, Dr. Roman Bucheli und Michael Sieber sowie die beiden Preisträger 2009, Hauptpreisträger Martin Kluger und Förderpreisträger Mathias Gatza.

Preisverleihung:
Die Preise werden am Dienstag, 26. Januar 2010, am Geburtstag Rudolf Alexander Schröders, um 12 Uhr im Bremer Rathaus durch den Vorsitzenden der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a. D. Michael Sieber, verliehen. Mathias Gatza wird dann die Laudatio auf Clemens J. Setz halten, Dr. Roman Bucheli die Laudatio auf Roman Graf.

Im Umfeld der Preisverleihung veranstaltet die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung die 34. Literarische Woche – in diesem Jahr unter dem Thema »Der Mann in der Krise?«.

Beide Preisträger lesen aus ihren Werken am Montag, 25. Januar 2010, um 20 Uhr im Neuen Schauspielhaus des Bremer Theaters.

Abbildung: Clemens J. Setz (Foto: © Lukas Beck) Clemens J. Setz
Foto: Lukas Beck


Abbildung: Roman Graf (Foto: © Stefan Kubli) Roman Graf
Foto: Stefan Kubli


Bremer Literaturpreisträger in Brüssel

Bremen, 28. März 2009        Auf Einladung der Bremer Landesvertretung und des Goethe-Instituts Brüssel stellte der Förderpreisträger des Bremer Literaturpreises 2009, Mathias Gatza, am Donnerstag, dem 26. März sein Buch »Der Schatten der Tiere« dem deutschsprachigen Publikum in Brüssel vor. Bei einer Lesung in der deutschen Schule in Brüssel folgte ein sehr interessiertes junges Publikum (16- bis 18-jährige) seinen Worten und diskutierte sehr angeregt und kompetent mit dem Bremer Förderpreisträger. Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, die Bremer Vertretung und das Goethe-Institut Brüssel wollen diese Veranstaltung auch in den kommenden Jahren fortsetzen.


Christian Bruns (Leiter der Bremer Vertretung), Barbara Lison (Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung), Mathias Gatza, Dr. Uta Schaffers (Universität Gent), Margareta Hauschild (Leiterin Goethe-Institut) Christian Bruns (Leiter der Bremer Vertretung), Barbara Lison (Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung), Mathias Gatza, Dr. Uta Schaffers (Universität Gent), Margareta Hauschild (Leiterin Goethe-Institut)




Feierliche Verleihung des Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus –
Martin Kluger und Mathias Gatza ausgezeichnet

Bremen, 26. Januar 2009        Im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle ist am heutigen Montag (26. Januar 2009) der Bremer Literaturpreis 2009 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung an Martin Kluger verliehen worden.
Der Schriftsteller erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen 2008 im DuMont Verlag erschienenen Roman »Der Vogel, der spazieren ging«. »Im Lob der Liebe und der Liebeslust als Kern des paradoxen Lobs der Schöpfung aus dem Munde Hiobs knüpft Martin Kluger an eine Tradition an, die schon vor Heinrich Heine damit begann, der deutschen Sprache das Mieder zu lockern, wie Karl Kraus das verächtlich nannte.«, beschrieb Dr. Lothar Müller, Jurymitglied der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung und Mitglied des Stiftungsvorstands, in seiner Laudatio das preisgekrönte Werk.

Zugleich erhielt Mathias Gatza für sein im vergangenen Jahr im Rowohlt-Verlag veröffentlichten Roman »Der Schatten der Tiere« den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB – Öffentliche Versicherung Bremen finanzierten Förderpreis »Es gehört zu großen erzählerischen Kunst von Mathias Gatza, dass der Leser ihm bis zur letzten Seite, ja bis zum letzten Satz dieses Thrillers der Identität folgt, auch wenn er schon lange ahnt, dass die Suche hier noch nicht zu Ende ist, sondern wie in einem Bild von M.C.Escher wieder von vorn beginnt.«, waren die treffenden Worte des Jurymitgliedes Richard Kämmerlings in seiner Laudatio auf den Förderpreisträger.

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber.

Der Senator für Kultur, Bürgermeister Jörg Böhrnsen gratulierte den beiden Preisträgern im Namen des Senats der Freien Hansestadt Bremen und bedankte sich bei der Jury. »Seit 1954 ist der 26. Januar ein festes Datum nicht nur im bremischen Kulturleben, sondern ein wichtiger Termin für den bundesweiten Literaturbetrieb. Die Jury hat es in diesen 55 Jahren immer wieder verstanden, herausragende Autoren zu würdigen und ein Schlaglicht auf junge Schriftsteller am Beginn ihrer Karriere zu werfen«, so Bürgermeister Böhrnsen. Durch die Tradition des Preises sei Bremen zu einer Stadt der Literatur geworden, betonte der Bürgermeister weiter.

Martin Kluger, geboren 1948 in Berlin, studierte Anglistik und Linguistik in Oberlin (Ohio), Tübingen und Berlin, war Dozent an der TU Berlin und betätigte sich als Werbetexter und literarischer Übersetzer. Als Romanautor fand Kluger mit seinem über 1.000 Seiten umfassenden Werk »Abwesende Tiere« (DuMont 2002), dem historischen Roman »Die Gehilfin« sowie dem Erzählungsband »Der Koch, der nicht ganz richtig war« (beide DuMont 2006) große Beachtung. Martin Kluger lebt in Berlin und Montevideo.

Mathias Gatza, 1963 geboren in Berlin, hat nach zwei Jahrzehnten als Lektor und Verleger vor allem deutschsprachiger Gegenwartsliteratur die Seite gewechselt und schreibt. »Der Schatten der Tiere« ist sein erster Roman. Mathias Gatza lebt in Berlin.

Beide Preisträger sind heute Abend um 20 Uhr zu Gast im Wall-Saal der Zentralbibliothek, Am Wall 201. Auf Anregung der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung haben sie für diese Veranstaltung zwei Autoren eingeladen, deren Werk sie sich verbunden fühlen: Martin Kluger hat dafür Verena Roßbacher eingeladen, Mathias Gatza Marcus Braun. Der Eintritt ist frei.



Mathias Gatza, Bürgermeister Jens Böhrnsen und Martin Kluger Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Mathias Gatza, Bürgermeister Jens Böhrnsen und Martin Kluger
Foto: Victor Ströver


Michael Sieber überreicht Martin Kluger die Ernennungsurkunde des Bremer Literaturpreises. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Michael Sieber und Martin Kluger
Foto: Victor Ströver


Michael Sieber gratuliert Mathias Gatza zum Förderpreis. Foto: © Victor Ströver, nordsign, Bremen Michael Sieber und Mathias Gatza
Foto: Victor Ströver


Martin Kluger erhält Bremer Literaturpreis 2009 –
Förderpreis für Mathias Gatza

Bremen, 15. November 2008        Den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2009 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung erhält Martin Kluger nach der Entscheidung der Jury vom 15. November für seinen 2008 im DuMont Verlag erschienenen Roman »Der Vogel, der spazieren ging«.
Dazu die Jury: »Der Bremer Literaturpreis 2009 geht an Martin Kluger für seinen Roman »Der Vogel, der spazieren ging«, einer ebenso turbulenten wie schwarzen Komödie, in der literarisches Formbewusstsein und erzählerischer Einfallsreichtum die Gespenster der Vergangenheit darstellen und zugleich in Schach halten.«
Martin Kluger, geboren 1948 in Berlin, studierte Anglistik und Linguistik in Oberlin (Ohio), Tübingen und Berlin, war Dozent an der TU Berlin und betätigte sich als Werbetexter und literarischer Übersetzer. Als Romanautor fand Kluger mit seinem über 1.000 Seiten umfassenden Werk »Abwesende Tiere« (DuMont 2002), dem historischen Roman »Die Gehilfin« sowie dem Erzählungsband »Der Koch, der nicht ganz richtig war« (beide DuMont 2006) große Beachtung. Martin Kluger lebt in Berlin und Montevideo.

Mathias Gatza erhält den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2009 für seinen 2008 im Rowohlt Verlag erschienenen Roman »Der Schatten der Tiere«.
Der Förderpreis wird seit 2005 von der ÖVB – Öffentlichen Versicherung Bremen finanziert.
Dazu die Jury: »Der Förderpreis geht an Mathias Gatza für seinen Debütroman »Der Schatten der Tiere«, der in einer so kunstvollen wie diagnostisch kühlen Sprache von einer Dreiecksbeziehung unter dem Stern von Tod und Wahn erzählt. Dieses kühn konstruierte Buchs zieht den Leser in den Sog des Selbstverlustes der Figuren und stellt ihn vor ein literarisches wie kriminalistisches Rätsel.«
Mathias Gatza, 1963 geboren in Berlin, hat nach zwei Jahrzehnten als Lektor und Verleger vor allem deutschsprachiger Gegenwartsliteratur die Seite gewechselt und schreibt. »Der Schatten der Tiere« ist sein erster Roman. Mathias Gatza lebt in Berlin.

Der Jury gehören an:
Dr. Gudrun Boch, Sibylle Cramer, Dr. Lothar Müller, Barbara Lison, Richard Kämmerlings, Dr. Roman Bucheli und Michael Sieber.

Preisverleihung:
Die Preise werden am Montag, 26. Januar 2009, am Geburtstag von Rudolf Alexander Schröder, um 12 Uhr im Bremer Rathaus durch den Vorsitzenden der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Herrn Staatssekretär a. D. Michael Sieber, verliehen. Dr. Lothar Müller wird dann die Laudatio auf Martin Kluger halten, Richard Kämmerlings die auf Mathias Gatza.

Im Umfeld der Preisverleihung veranstaltet die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung traditionell die Literarische Woche – 2009 schon zum 33. Mal und dann unter dem Thema »Mauerfälle«.

Beide Preisträger lesen aus ihren Werken am Sonntag, den 25. Januar 2009, um
18 Uhr im Neuen Schauspielhaus des Bremer Theaters.




Martin Kluger (Foto: © Dr. Dieter Matthes) Martin Kluger
Foto: Dr. Dieter Matthes


Mathias Gatza (Foto: © Stefan Korte) Mathias Gatza
Foto: Stefan Korte